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Die Realität - Seite 2

Der Ausspruch des ehemaligen Verteidigungsministers Herr Struck, sinngemäß äußerte er damals: “Wenn einem Soldaten etwas im Einsatz geschieht und er aus dem Dienst ausscheidet, bekommt er eine nahtlose Versorgung im zivilen Leben.” Aber nach den Aussagen des Mitarbeiters vom Landratsamt Karlsruhe war ich platt, kopflos, gereizt, wütend. Ich hatte plötzlich Existenzängste, Angst, dass das Geld nicht mehr reicht, um meine Familie zu ernähren. Auf diesem Amt musste ich mir viele Sprüche anhören, diese waren:

  • Wo sind Sie denn behindert? Ich sehe nichts!
  • Oh, das kann doch nicht so schlimm gewesen sein
  • Sie sind doch noch zu jung für die Rente, Sie haben doch noch gar nicht so viel gearbeitet
  • Für Ihr Problem gibt es Therapien

Auf meine Frage: Welche Therapien? Nennen Sie mir eine Therapie die mich heilt, ich gehe sofort zu dieser Therapie! kam die Antwort: Ich weiß es nicht, ich kann Ihnen da nicht weiter helfen, Sie müssen sich selbst darum kümmern! Toll oder?

  • Nein, dafür sind wir nicht zuständig, fragen Sie bei der Bundeswehr nach!
  • Ihnen steht kein Schwerbehindertenausweis zu!
  • Sie sind doch selber schuld, dass Sie dort gewesen sind!
  • Die Messlatte für eine Rundfunkgebührenbefreiung ist sehr hoch, da müssten Sie schon im Rollstuhl daherkommen!

Im Merkblatt für Schwerbehinderte steht, dass ab 80% eine RF-Gebührenbefreiung einem unter bestimmten Voraussetzungen zusteht, auch dann, wenn der Betroffene an öffentlichen Veranstaltungen nicht teilnehmen kann. Aber das interessiert den Sachbearbeiter nicht. Die zivilen Ärzte sind mit dem Problem PTBS bei Soldaten überfordert und was noch gravierender ist, man bekommt keinen Termin beim Therapeuten, der sich an diese Problematik heran wagt. Viele Therapeuten lehnten es mit den Worten ab:

  • Tut mir leid, ich kenne mich mit dem Problem nicht aus!
  • Ich bin für solche Schwerpunkte nicht spezialisiert, fragen Sie bei der Bundeswehr nach!
  • Oh, ich kann Sie als Patient nicht behandeln, da ich zu viele Patienten habe!
  • Gern, jedoch haben wir eine Wartezeit von mehr als 6 Monaten!

Nach einem Bescheid vom 07.03.2012 wurde meine MdE von 60% auf 90% erhöht. Nachdem ich einen Antrag auf Rundfunkgebührenbefreiung beantragt hatte, kam eine Woche später plötzlich ein neuer Bescheid, in dem der Bescheid vom 07.03.2012 ohne einem rechtlichen Grund aufgehoben wurde und mir nur 80% MdE zustehen würde. Obwohl ein psychologischer Gutachter im Auftrag des LRA Karlsruhe zu dem Ergebnis kam, dass ich eine 100% MdE habe.

Seit meinem Einspruch mit Hilfe der Rechtsanwaltskanzlei Heckert & Kollegen, versucht das LRA Karlsruhe mich immer wieder zu erneuten Gutachtern zu schicken, nur um nichts zu zahlen. Das bedeutet für mich Stress, finanzielle Ausgaben ect. Es kommt einfach keine Ruhe in mein Leben, nur Ärger mit Bürokraten und Gesetzesverdreher. Ich nahm mit dem Leiter des LRA Karlsruhe Kontakt auf, wo dieser versuchte, sich mit schwammigen Aussagen wie “es sei angeblich falsch berechnet worden”, rausreden wollte.

Der zuständige Sachbearbeiter wollte mich genau mit der gleichen Aussage abwimmeln. Die Unterhaltung erhitzte sich, da er keine Anstalten machte, sich meine Akte und Bescheide anzuschauen. Trotz meiner Medikamenteneinnahme von 20 Tropfen Atosil und 150mg Quetiapin, sie zeigte wenig Wirkung! Ich hatte das Zeug 45 min. vorher eingenommen!

Plötzlich sagte der Sachbearbeiter, ich solle mich nicht so aufregen, ich bekomme doch meine 90% MdE. Ich forderte ihn auf, mir das schriftlich zu geben und fragte ihn, wo es steht, das ich diese 90% MdE erhalte. Daraufhin schaute er auf zwei Bescheide, die vor ihm lagen und meinte ganz erstaunt: “Oh das ist ja noch ein Bescheid vom 07.03.2012, den habe ich gar nicht gesehen.”
Jetzt begann er meine Akte zu suchen, was ca. 35 min dauerte. Er telefonierte mit anderen Abteilungen, ging in das Nebenzimmer, kam wieder und meinte, dass er im Moment meine Akte nicht finden würde. Da kam eine Sachbearbeiterin aus dem Nebenzimmer und brachte sie ihm mit den Worten: “Die hat ganz versteckt in einer Ecke gelegen.” Super, nun wusste ich, dass der Sachbearbeiter meine Akte nie gelesen hat! Er hatte irgendeinen Bescheid erstellt.

So sieht mein Leben nach dem Einsatzunfall im privaten Bereich aus

Als ich aus dem Einsatz zurück kam, war ich sehr glücklich, euphorisch, wieder in der Heimat zu sein, meine kleine Familie zu sehen, in die Arme zu schließen, mit ihr die Zeit zu verbringen. Als ich vor meiner Familie stand, konnte ich Sie nicht in die Arme nehmen, wie ich es gern getan hätte. In mir die plötzliche Leere und Kälte. Ich schlief getrennt von meiner Frau, schreckte Nachts Schweiß gebadet auf. Tage darauf war ich aggressiv, ging verbal auf moslemische Gruppierungen los - ich erkannte mich selbst nicht wieder, trug mich mit suizidalen Gedanken herum.

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