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Ich habe PTBS

Bevor ich zum eigentlichen Thema komme, möchte ich kurz erzählen, warum ein Soldat in den Einsatz gehen muss.
Jeder der sich entscheidet den Beruf eines Zeit-/ Berufssoldaten zu ergreifen oder auszuüben, unterschreibt automatisch eine Klausel, dass er auch für einen Einsatz außerhalb Deutschlands, speziell in Krisengebieten eingesetzt wird. Jeder Soldat, der sich weigert in den Einsatz zu gehen, hat mit Nachteilen des Dienstherrn zu rechnen. Eventuelle Nachteile wären zum Beispiel:

  1. längere Wartezeiten auf Beförderungen, dies hätte Auswirkungen auf spätere Rentenbezüge bzw. Pensionen
  2. ein Zeitsoldat würde keinen weiteren Zeitvertrag erhalten bzw. das BMVG würde den entsprechenden Stammdienststellen (Lw, H, M) empfehlen, den Zeitvertrag aufzuheben
  3. bei einem BS könnte es zu einer Vertragsaufhebung kommen
  4. Soldaten würden schlechtere Beurteilungen bekommen
  5. Offiziersanwärter könnten evtl. ihre Laufbahn vergessen
  6. als Soldat, egal ob ZS/ BS / Offz., würde an Anerkennung in der Truppe verlieren, er würde wie ein Verräter da stehen.

 

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Wer will schon solche Nachteile erleiden? Keiner!

Manche gehen wegen des Geldes, weil diese blauäugig in den Einsatz gehen und die Krisengebiete mit all den Gefahren unterschätzen. Viele Kameraden unterschätzen die Gefahren eines Einsatzes, weil diese zum größten Teil wie eine “TUI Reise” am Ende einer jeden Vorausbildung vom jeweiligen Presseoffizier verkauft werden. Das Feldlager wird mit all seinen schönen Dingen (Betreuungseinrichtungen, Sportzelte, Ausflüge, Partys) vorgestellt. Jedoch wird nicht auf die Gefahren des Alltags hingewiesen, dass das Feldlager evtl. unter Beschuss liegen kann, immer wieder neue Minen an den Ein- und Ausgängen liegen können oder bei Patrouillen die Soldaten mit Hinterhalten zu rechnen haben. Vor allem mit Selbstmordattentätern.
Auch wird nicht erzählt, dass die Dienstzeit eines Soldaten 24h beträgt und er immer mit einer teils geladenen Waffe am Mann herum laufen muss.
Erst im Einsatzgebiet beginnt der Traum von einem Urlaub zu zerplatzen. Wenn der erste Kamerad von einer Mine zerfetzt wird oder ein Kamerad tödlich neben dir mit einen Kopfschuss zusammen sackt. Erst da wird jedem Soldat klar, in dem Land in dem wir uns befinden, herrscht Krieg und es ist keine Friedensmission, wie es die Politiker uns immer glaubhaft machen wollen.
Wir werden als “Friedensmissionare” in ein Kriegsgebiet entsandt, um Frieden und Demokratie einem völlig anders denkenden Staat aufzuzwingen, der mit einer anderen Überzeugung von einem religösen Zusammenleben, einer anderen Weltanschauung in der Staatengemeinschaft (Islam) denkt und handelt.

Diese Art von Einsätzen sind sehr fragwürdig, die Politik hat hier die Zauberwörter (Friedensmission, humanitäre Unterstützung und Terrorismus) verwendet, um die Einsätze zu rechtfertigen, obwohl die Politiker wussten, das es ein Kriegseinsatz ist. Jeder Soldat der in den Einsatz befohlen wird, hofft auf zwei Dinge:

  1. dass der 4-6 monatige Einsatz ohne Probleme abläuft
  2. dass er gesund und ohne einen Knacks zurück kommt

So war es bei mir, als ich von Oktober bis Ende Mai in den Kosovo befohlen wurde. Mir war immer klar, dass zu jeder Zeit in den Kriegsgebieten die Stimmung plötzlich und unerwartet umschlagen kann. Vor allem war mir bewusst, dass mir etwas passieren könnte.

Am 12.05.2005, 13:00 Uhr passierte es, ein Zwischenfall in Kukes/ Albanien mit dem niemand gerechnet hat. Es war wie ein Alptraum, ich funktionierte nur noch im Automechanismus. Ein Verhör, bei dem wir Beschimpfungen über uns ergehen lassen mussten. Das Verhör dauerte ca. 16h, ein Ultimatum jagte das nächste. Das dritte Ultimatum wurde gestellt, keiner wusste, wie es ausgehen würde. Endlich die Erlösung! Zwei Minuten vor Ablauf des dritten Ultimatums wurde uns freier Abzug gewährt. Während des Abzuges in Richtung kosovarische Grenze hörte ich Geschosseinschläge am Fahrzeug. Ohne die Hilfe des einheimischen Dolmetschers der für die Bundeswehr tätig war, wäre vieles in eine falsche Richtung gelaufen. Ich hatte schon damit abgeschlossen, je meine Familie wieder zu sehen

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